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Focusing

Was abgespalten und nicht gefühlt wird, bleibt so, wie es ist. Wenn es gefühlt wird, kann es sich verändern. Eugene Gendlin

Nimm dir mal einen Moment

Woran bemerkst du eigentlich, dass es dir nicht gut geht?


An deinen Gedanken? Deiner Müdigkeit? Deiner Gereiztheit?


Oder spürst du es irgendwo im Körper — als Druck in der Brust, Enge im Hals, Unruhe im Bauch?

Und wie oft nimmst du deinen Körper im Alltag bewusst wahr?


Kannst du wahrnehmen, wann dein Nervensystem in Stress, Alarm oder Rückzug gerät? Und hast du dann Möglichkeiten, dich wieder zu regulieren und Sicherheit in dir zu finden?

Gerade bei Stress oder traumatischen Erfahrungen verlieren viele Menschen den Zugang zu ihrem körperlichen Erleben.

Gefühle werden schwer greifbar, innere Zustände wirken diffus oder überwältigend.

 

Dabei liegt in diesem oft kleinen, unangenehmen Körpergefühl etwas Wertvolles: Es kann wie eine kleine Tür sein,

die uns etwas über unsere Bedürfnisse, Grenzen und ungelösten Erfahrungen verrät.

Focusing nach Eugene Gendlin unterstützt dabei, diesen inneren Empfindungen achtsam und ohne Druck zu begegnen.

Im sicheren therapeutischen Kontakt kann das Nervensystem lernen, sich wieder zu regulieren, innere Zustände besser wahrzunehmen und neue Erfahrungen von Sicherheit und Selbstverbundenheit zu entwickeln.

Ablauf einer Focusing-Sitzung

Ankommen und Orientierung
Zu Beginn nehmen wir uns Zeit, um wirklich anzukommen und wahrzunehmen, was gerade da ist — vielleicht Unruhe, Erschöpfung, Ängste oder Überforderung.

Sicherheit und Ressourcen stärken
Bevor wir belastende Themen anschauen, schaffen wir zunächst einen inneren Ort von mehr Stabilität und Sicherheit. Gemeinsam erkunden wir, was dir Halt gibt und wie dein Nervensystem wieder mehr Regulation finden kann.

Körperwahrnehmung und Focusing

Im weiteren Verlauf richten wir die Aufmerksamkeit behutsam auf dein körperliches Erleben.

Oft zeigt sich im Körper bereits, was innerlich belastet oder nach Aufmerksamkeit sucht. Mit Hilfe von Focusing lernst du, feine Empfindungen wahrzunehmen,

ihnen Worte zu geben

und einen achtsamen Kontakt zu deinem inneren Erleben aufzubauen.

Sich zeigen dürfen
Viele Menschen haben früh gelernt, sich anzupassen, Gefühle zurückzuhalten oder bestimmte Anteile von sich zu verstecken — aus Angst, „zu viel“, „nicht richtig“ oder "nicht normal" zu sein.

Diese Form des Maskierens kann schützen — und gleichzeitig erschöpfend sein. Therapie kann ein Raum werden, in dem du dich Schritt für Schritt sicher genug fühlst, um mehr du selbst zu sein.

Integration und Alltag
Zum Ende der Sitzung bleibt Zeit, das Erlebte zu integrieren und wahrzunehmen, was sich verändert hat.

Neue Erfahrungen von Sicherheit, Selbstverbundenheit und innerer Orientierung dürfen langsam in den Alltag mitgenommen werden.

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